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Was macht ein Vertriebsingenieur? Aufgaben in der Industrie

Vertriebsingenieur in der Industrie: Aufgaben im Alltag, gefragte Qualifikationen, typische Arbeitgeber, Gehaltsfaktoren und nächste Karriereschritte.

The Technical Sales Board editorsRedaktion3 Min. Lesezeit
Ingenieurin mit Laptop an einem Prüfstand in der Fertigungshalle

Ein Vertriebsingenieur verkauft Produkte, die sich nicht aus dem Prospekt verkaufen lassen: Maschinen, Antriebssysteme, Sensorik, verfahrenstechnische Anlagen, Intralogistiksysteme. Die erste Frage des Kunden lautet selten „Was kostet das?“. Sie lautet: „Funktioniert das in meiner Linie, mit meinem Material, bei meiner Taktzeit?“ Diese Frage zu beantworten und aus der Antwort einen unterschriebenen Auftrag zu machen – genau das ist die Aufgabe.

Die Rolle in einem Satz

Du übersetzt das technische Problem eines Kunden in eine Lösung, die dein Unternehmen profitabel liefern kann, und du verantwortest das kaufmännische Ergebnis.

Die Aufgaben im Arbeitsalltag

  • Anfragen qualifizieren. Eine Anfrage für eine Verpackungslinie oder ein Hydraulikaggregat kommt mit unvollständigen Daten an. Du findest heraus, was der Kunde wirklich braucht, wer entscheidet und ob sich das Projekt lohnt.
  • Technische Klärung. Gemeinsam mit der Anwendungstechnik prüfst du die Machbarkeit: Durchsatz, Toleranzen, Schnittstellen, Normen, Bedingungen vor Ort. Im Vertrieb von Investitionsgütern kann diese Phase Monate dauern.
  • Angebot und Kalkulation. Du konfigurierst die Lösung, kalkulierst Preis und Marge und verteidigst beides – intern und beim Kunden.
  • Verhandlung und Abschluss. Einkauf, Produktionsleitung und Betriebstechnik sitzen mit am Tisch. Jeder will etwas anderes.
  • Übergabe. Nach dem Auftrag übergibst du sauber an das Projektmanagement und bleibst der kaufmännische Ansprechpartner des Kunden.

Rechne damit, ein Drittel bis die Hälfte deiner Zeit beim Kunden zu verbringen – vor Ort, an der Maschine – und den Rest mit Angeboten, interner Abstimmung und CRM.

Qualifikationen, die den Unterschied machen

Ein Ingenieurstudium (Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Verfahrenstechnik) oder eine technische Berufsausbildung mit Weiterbildung ist die übliche Eintrittskarte. Was gute von durchschnittlichen Vertriebsingenieuren unterscheidet, ist weniger offensichtlich:

  1. Anwendungswissen. Den Prozess des Kunden besser kennen als deine Wettbewerber.
  2. Kaufmännisches Urteilsvermögen. Aus Projekten aussteigen, die sich nicht gewinnen oder nicht liefern lassen.
  3. Strukturiertes Nachfassen. Bei Verkaufszyklen von sechs bis achtzehn Monaten gehen Projekte durch Funkstille verloren, nicht über den Preis.
  4. Sprachen. In der europäischen Industrie entscheidet oft Englisch plus die Sprache des Kunden darüber, wer ein Vertriebsgebiet bekommt.

Wer Vertriebsingenieure einstellt

Vor allem Hersteller und OEMs – vom inhabergeführten Mittelständler bis zum internationalen Konzern –, danach technische Händler und Engineering-Dienstleister. Am größten ist die Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik, der Energietechnik und der Intralogistik.

Was das Gehalt bestimmt

Das Fixgehalt hängt weit stärker von Branche, Land und Auftragsgröße ab als vom Jobtitel. Projekt- und Investitionsgütervertrieb wird meist besser bezahlt als der Vertrieb von Komponenten; ein Vertriebsgebiet über mehrere Länder bringt mehr als ein regionales. Dazu kommen eine variable Vergütung, typischerweise 15–30 % des Fixgehalts, und im Außendienst ein Firmenwagen.

Wohin die Rolle führt

Typische nächste Schritte sind Senior- oder Key-Account-Rollen, die Gebietsverkaufsleitung und die regionale Vertriebsleitung, das Produktmanagement oder – mit Führungserfahrung – die Vertriebsleitung. Weil die Rolle Technik, Kunden und Zahlen verbindet, ist sie einer der häufigsten Ausgangspunkte für eine Laufbahn bis in die Geschäftsführung von Industrieunternehmen.

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